Regeln für die alphabetische Katalogisierung

in wissenschaftlichen Bibliotheken

(RAK-WB)

[ Aufbau des Regelwerkes | Funktion des AK | Grundprinzipien RAK-WB | Definitionen (mit Besonderheiten) | Haupt- und Nebeneintragungen:Anonym? / NE Personen / HE/NE Urheber/Körperschaften | Bibliographische Beschreibung:Titel / Ausgabebezeichnung / Erscheinungsvermerk / Kollationsvermerk / Gesamttitelangabe / Fußnoten / ISBN/ISSN / Bandaufzählung / Titeltypen | Ansetzung:Personen / Körperschaften | MAB-Titel ]

Aufbau des Regelwerkes:

Einführung

Grundbegriffe §§ 1-36
Allgemeine Regeln §§ 101-193 [Bibliographische Beschreibung: §§ 119-174; Kopf, HE, NE, Verweise: §§ 175-193]
Allgemeine Ansetzungsregeln §§ 201-208
Ansetzung von Personennamen §§ 301 bis 342
Ansetzung von Körperschaftsnamen §§  401 bis 486
Ansetzung von Sachtiteln §§ 501 bis 525
Haupt- und Nebeneintragungen §§ 601 bis 696
Bestimmung des Sachtitels oder des Titels §§ 701 bis 715
Ordnungsregeln §§ 801 bis 823

Anlage 1 Sprach- und Schriftbezeichnungen
Anlage 2 Schemata zur bibliographischen Beschreibung
Anlage 3 Kurzbezeichnungen
Anlage 4 Abkürzungen
Anlage 5 Transliterationsregeln
Anlage 6 Titel biblischer Werke
Anlage 7 Ansetzung und Verweisungsformen für "Deutschland"
Anlage 8 Bundesstaaten der USA mit amtlichen Abkürzungen
Anlage 9 Juristische Wendungen in Firmennamen
Anlage 10 Körperschaftsbegriffe, die keine Unterordnung ausdrücken
Anlage 11Körperschaftsbegriffe, die eine Unterordnung ausdrücken
Anlage 12 Körperschaftsbegriffe für Organe von Gebietskörperschaften und Religionsgemeinschaften
Anlage 13 Bundesstaaten und Territorien Australiens
Anlage 14 Präfekturen Japans
Anlage 15 Provinzen und Territorien Kanadas
Anlage 16 Städteliste
Anlage 17 Ansetzung von gleichnamigen Orten
Anlage 18 Liste von Nachschlagewerken (Prioritätenliste)
Anlage 19 Liste der (Erz-)Bistümer für die Ansetzung geistlicher Reichsfürsten
Anlage 20 Ansetzung von arabischen, persischen und türkischen Personennamen

Paragraphen-Übersicht

Register

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Funktion des Alphabetischen Kataloges
vgl. § 101 RAK-WB

Der alphabetische Katalog (Nominalkatalog) einer Bibliothek hat nachzuweisen, ob eine bestimmte Ausgabe eines Werkes vorhanden ist.
In dem durch die Regeln gegebenen Umfang  hat er außerdem nachzuweisen, welche Werke eines bestimmten Verfassers oder Urhebers und welche Ausgaben eines bestimmten Werkes vorhanden sind. Jede Ausgabe eines Werkes erhält eine Einheitsaufnahme, die die Grundlage der Haupteintragung und etwaiger Nebeneintragungen bildet.

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Grundprinzipien der RAK-WB

Vorlageprinzip in der bibliographischen Beschreibung
 

Dazu gehört die Verwendung von eckigen Klammern in der bibliographischen Beschreibung, die symbolisieren, dass die davon eingeschlossene Information nicht der primären Informationsquelle entnommen ist.

Abgestuft nach der Wertigkeit der einzelnen Kategorien (vgl. Bibliographische Beschreibung),
gilt als primäre Informationsquelle [§ 115 Abs. 3] für:
 

a) Titel (Sachtitel- und Verfasserangabe):  nur die Haupttitelseite (HTS)
b) Ausgabebezeichnung und Erscheinungsvermerk:  alle Seiten mit Titelangaben (auch Impressum, Kolophon, Umschlag etc.)
c) Kollationsvermerk und Gesamttitelangabe: die gesamte Vorlage
d) Fußnoten und ISBN/ISSN:  auch sekundäre Quellen
Anmerkung: Bei fortlaufenden Sammelwerken gilt die gesamte Vorlage als primäre Informationsquelle!
Ansetzungsprinzip für den Kopf (Haupteintragung oder Nebeneintragung)
 
vgl. z.B. § 301: Eine Person, unter deren Namen mehrere Eintragungen gemacht werden, wird im allgemeinen unter demselben Namen und in derselben  Namensform angesetzt. Von vorliegenden, von der Ansetzung abweichenden Namen bzw. Namensformen wird im allgemeinen verwiesen.


Originalsprachlichkeit bei Lateinschriftlichkeit [Transliterationsprinzip und Herkunftsprinzip]
 

Dies drückt sich unter anderem darin aus, dass bei Personen aus Ländern ohne Lateinschrift die Originalform des Namens zu ermitteln und anschließend entsprechend der Tabelle in der Anlage zu transliterieren ist, sofern der Name nicht ohnedies schon in der PND enthalten ist (d.h. dass bereits ein anderer dies getan hat, wie z.B. bei  "Gorbacev, Michail S." für Michael Gorbatschow) - vgl. § 306 RAK-WB.


"Mechanische" Wortfolge bei der Wiedergabe des Titels [mit Übergehung führender Artikel durch Setzung von Nichtsortierzeichen]
[anders z.B. die Preussischen Instruktionen]

Der Sachtitel wird im allgemeinen in der vorliegenden Form angesetzt [§ 501]. Die bestimmten und unbestimmten Artikel in allen Deklinationsformen ... am Anfang werden bei der Ordnung übergangen [§ 822 Abs. 1]


Bei mehr als 3 Verfassern wird ein anonymes Werk angenommen. [§ 601 Abs. 3]

Genormte bibliographische Beschreibung nach ISBD siehe unten

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Definitionen (mit jeweiligen Besonderheiten)

Vorlage:

das zu katalogisierende Exemplar der Ausgabe eines Werkes (§ 1)
Ausgabe:
Gesamtheit der bibliographisch identischen Exemplare, die bei der Veröffentlichung eines Werkes entstanden sind. Verschiedene Auflagen incl. Nachdrucke und Sekundärausgaben gelten als eigene Ausgaben. (§ 2)
Werk:
Geistige Schöpfung oder Gesamtheit von geistigen Schöpfungen, die als Veröffentlichung in einer oder mehreren Ausgaben erschienen ist. (§ 3)
Sammlung:
Vereinigung mehrerer Einzelwerke (oder Teile von Einzelwerken) desselben Verfassers in einer Veröffentlichung
(ausgenommen Gedicht- und Kunstbände) (§ 5)
[Anmerkung: die nach den Regeln u.U. vorzunehmende Nebeneintragung "Verfasser: [Sammlung]", der "Sammlungsvermerk" (§ 622) hat in einem Onlinekatalog keinen praktischen Wert]
Sammelwerk:
Vereinigung mehrerer Einzelwerke (oder Teile von Einzelwerken) verschiedener Verfasser in einer Veröffentlichung. Ein Werk mehrerer Verfasser, deren Anteile unterscheidbar sind, gilt ebenfalls als Sammelwerk. Fortlaufende Werke (siehe unten) gelten immer als Sammelwerk und werden demzufolge als Fortlaufende Sammelwerke (im Gegensatz zu Begrenzte Sammelwerke) bezeichnet. (§ 6)
Enthaltene und beigefügte Werke:
 
Enthaltene Werke sind Werke, die in einer Sammlung oder einem Sammelwerk mit einem übergeordneten Titel erschienen sind und auf der Haupttitelseite desselben genannt sind.
Von Titeln enthaltener Werke werden zwei in einer Fußnote mit "Enth.:" oder "Enth. u.a.:" angegeben (§ 162 Abs. 8 lit. a)
Auf Nebeneintragungen wird bei Sammlungen im Unterschied zu Sammelwerken verzichtet. (§ 621 Abs. 2 und § 624 Abs. 3)
Beigefügte Werke sind (weitere) Werke, die in einer Sammlung oder einem Sammelwerk ohne übergeordneten Titel erschienen sind und auf der Haupttitelseite desselben genannt sind oder im Inneren desselben eine eigene Titelseite besitzen.
Von den auf der Haupttitelseite genannten Titeln beigefügter Werke wird einer nach dem Titel des ersten Werkes angegeben, etwaige weitere durch "[u.a.]" angedeutet. (126 Abs. 4) [in BIS-C ein eigenes Feld]
Stattdessen wird ein Titel  nicht auf der Haupttitelseite genannter beigefügter Werke in einer Fußnote mit "Enth. außerdem:" oder "Enth. außerdem u.a.:"  angegeben. (§ 162 Abs. 8 lit. a)
Auf Nebeneintragungen wird bei Sammlungen im Unterschied zu Sammelwerken verzichtet. (§ 621 Abs. 3 und § 623 Abs. 2)
Fortlaufende Sammelwerke:
 
Sammelwerke, die keinen von vornherein geplanten Abschluss haben und in mehreren Teilen erscheinen. Zu fortlaufenden Sammelwerken zählen einerseits Schriftenreihen (Serien) [Teile erscheinen unregelmäßig und sind normalerweise Stücktitel], andererseits "Periodika" [erscheinen regelmäßig, Teile sind normalerweise keine Stücktitel, sondern blosse Bände oder Hefte, die zu Bänden zusammengeführt werden], d.h. Zeitungen [mindestens wöchentlich, berichten über aktuelle Ereignisse], Zeitschriften [mindestens zweimal jährlich, enthalten Beiträge zu einem Thema] und zeitschriftenartige Reihen [jährlich oder seltener]. Einen Sonderfall stellen schließlich auch Loseblatt-Ausgaben dar. (§§ 8 bis 13). [Das Mediengesetz definiert hingegen periodische Druckwerke als mindestens viermal jährlich erscheinend]

Fortlaufende Sammelwerke weisen zahlreiche Besonderheiten in der Katalogisierung auf:

1) Sie sind immer anonym > Urheber- oder Sachtitelwerke
2) Im allgemeinen werden auch keine Nebeneintragungenn unter Personen gemacht.
3) Bei fortlaufenden Sammelwerken gilt die gesamte Vorlage als primäre Informationsquelle.
4) Auf die Aufnahme wird verzichtet, wenn das fortlaufende Sammelwerk ungezählt ist  (§ 110 Abs. 3 lit.b)
     [beim Band Gesamttitelangabe unverknüpft]
5) Besondere Behandlung von Unterreihen und Fortlaufenden Beilagen (siehe unten)
6) Bei Titeländerungen Verknüpfung der Aufnahmen durch Fußnoten:
    Früher u.d.T.:, Zeitweise u.d.T.:, Später u.d.T.: (§ 163 Abs. 3 lit. a)
7) Vorkommen von ISSN statt ISBN
8) Identnummern aus der Zeitschriftendatenbank ZDB als zusätzliches Identifizierungskriterium
 

Unterreihen und Fortlaufende Beilagen:
 
Als Unterreihe wird eine Untergliederung eines fortlaufenden Sammelwerkes bezeichnet, die ihrerseits als fortlaufendes Sammelwerk anzusehen ist (d.h. mehrteilig ohne geplanten Abschluss) (§ 8 Abs. 3)
Als fortlaufende Beilage wird ein fortlaufendes Sammelwerk bezeichnet, das parallel zu einem anderen erscheint und diesem zugehörig ist (§ 8 Abs. 4).
Sofern Unterreihen oder fortlaufende Beilagen gezählt sind, erhalten sie eine eigene Aufnahme (§ 111 Abs. 1 bis 2 und § 112 Abs. 1 und 2, in Verbindung mit §§ 126 Abs. 3, 130  und 135).
Die Unterreihen werden Bestandteil der Sachtitel- und Verfasserangabe, fortlaufende Beilagen nur bei Fehlen eines eigenen Titels.
Zugleich wird ein Ansetzungssachtitel gebildet; das Schema hiefür lautet:
[Ansetzungssachtitel bestehend aus Hauptsachtitel / Bezeichnung der Unterreihe]
Hauptsachtitel. Bezeichnung der Unterreihe, Sachliche Benennung der Unterreihe
Fortlaufende Beilagen mit eigenem Titel erhalten dagegen lediglich eine Fußnote (§ 163 Abs. 3 lit. b) "Beil. zu:", die mit einer entsprechenden Fußnote "Beil.:" bei der Hauptreihe korreliert.


Mehrbändige begrenzte Werke (und Abteilungen):

Mehrbändig begrenzte Werke sind Werke, die einen von vornherein geplanten Abschluss haben und in in mehreren Teilen erschienen sind (Einzelwerk, Sammlung oder Sammelwerk) (§§ 4 bis 7).
Für sie gelten die Besonderheiten der fortlaufenden Sammelwerke nicht.

Unterschiede zu einer Monographie oder einem Stücktitel ergeben sich nur insofern, als bei mehrbändigen begrenzten Werken in der Regel Ausgabebezeichnung [außer bei Änderung der Bandeinteilung, was eine eigene Aufnahme der Auflage erforderlich macht], Kollationsvermerk und Erscheinungsjahr entfallen und kein Exemplardatensatz existiert (es ist kein physisches Äquivalent möglich!); ein komplizierter Fall tritt ein, wenn Teile eines (eigens gezählten) mehrbändigen Werkes zugleich Bestandteile eines (gezählten) fortlaufenden Sammelwerkes sind. In diesem Fall wird nach dem folgenden Muster verfahren:


Als Abteilung wird eine Untergliederung eines in mehreren Teilen erscheinenden begrenzten Einzelwerkes bzw. Sammlung bzw. Sammelwerkes bezeichnet, die mehreren Teilen gemeinsam übergeordnet ist und einen Gliederungsbegriff bzw. eine sachliche Benennung bzw. eine Zählung hat. (§§ 4 Abs. 3, 5 Abs. 4, 7 Abs. 2).

Bei mehrbändigen begrenzten Werken mit eigenen durchlaufenden Bandzählungen werden die Abteilungen nach der Bandangabe
(nach " : ") angegeben, ebenso übrigens ungezählte Unterreihen eines fortlaufenden Sammelwerkes mit eigener Bandzählung (§ 167 Abs.2).  - Muster:

(Band) 7 : A, Chemie ; 2


Bei mehrbändigen begrenzten Werken ohne eigene durchlaufende Bandzählungen wird die Abteilung als erste Gliederungsstufe aufgeführt (§ 167 Abs. 3) - Muster einer Bandaufzählung:

Abteilung Chemie
Bd. 1. ...


Da auf die Aufzähung der Bände (letzte Kategorie der bibliographischen Beschreibung) in einem Onlinekatalog im allgemeinen verzichtet wird, empfiehlt sich unter Umständen die Behandlung als eigenes mehrbändiges begrenztes Werk, das einerseits  einem mehrbändigen begrenzten Werk untergeordnet, andererseits dem Band übergeordnet ist.
 

Monographie, Stücktitel und Bandaufführung:

Unter einer Monographie versteht man ein in sich abgeschlossenes, nicht aus mehreren bibliographischen Einheiten bestehendes Werk. Stücktitel unterscheiden sich lediglich dadurch, daß sie Teil eines übergeordneten Werkes (fortlaufendes Sammelwerk oder mehrbändiges begrenztes Werk) sind, was in der Gesamttitelangabe zum Ausdruck kommt.

 
Bandaufzählungen entsprechen Stücktiteln mit dem Unterschied, daß sie nicht selbständig zitierfähig (oder zitierwürdig) sind - sie ergeben nur zusammen mit dem dazugehörigen übergeordneten Werk (fortlaufendes Sammelwerk oder mehrbändiges begrenztes Werk) einen Sinn (z.B. der Band "A" eines mehrbändigen Lexikons). Prinzipiell unterschieden sie sich daher von anderen Titeltypen dadurch, daß sie keinen Hauptsachtitel (sonst Mussfeld) haben; für Zitierzwecke ist vielmehr eine optional zu verwendende "Sachliche Benennung" vorgesehen (die Zählung allein ist aber keine sachliche Benennung, sie ist vielmehr beim Gesamttitel anzugeben!). Da sich der Inhalt mehrerer Felder ohnedies aus dem übergeordneten Werk ergibt, wird im allgemeinen auf die Angabe von Erscheinungsort und Verlag verzichtet; mangels Zitierwürdigkeit kommen auch beteiligte Personen oder Körperschaften nicht zum Tragen.


Unselbständige Werke

sind in einer einzelnen Veröffentlichung enthaltene Werke (z.B. Zeitschriftenartikel) und in den RAK-WB selbst nicht behandelt (vgl. "RAK-UW"); werden in BIS-C aber ausnahmsweis auch katalogisiert und ähnlich wie ein Band mit dem selbständigen Werk über das gesamttitelähnliche Feld "IN (verknüpft):" verknüpft. Das selbständige Werk ist entweder Monographie, Stücktitel oder Band. Sonderdrucke sind bibliographisch selbständig!


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Haupt- und Nebeneintragungen
anonym oder nicht anonym?
Ein Werk eines Verfassers erhält die Haupteintragung unter dem Verfasser, ebenso eine Sammlung  (§ 601 Abs. 1 und § 621)

Ein gemeinschaftliches Werk von zwei oder drei Verfassern erhält die Haupteintragung unter dem besonders hervorgehobenen bzw. zuerst genannten Verfasser, der zweite und dritte Verfasser erhalten (zweiteilige) Nebeneintragungen. (§ 601 Abs. 2 und § 602 Abs. 1)

Wenn ein Verfasser weder genannt noch ermittelt ist, liegt ein anonymes Werk vor. (§ 17)

Ein gemeinschaftliches Werk von mehr als drei Verfassern wird als anonymes Werk behandelt; unter dem besonders hervorgehobenen bzw. zuerst genannten Verfasser wird üblicherweise eine (einteilige) Nebeneintragung gemacht. (§ 601  Abs. 3 und § 602 Abs. 2).

Ein begrenztes Sammelwerk mit übergeordnetem Titel wird als anonymes Werk behandelt, es sei denn, der übergeordnete Sachtitel ist generell und es liegen nur 2 oder 3 Verfasser vor (dann Behandlung als gemeinschaftliches Werk) (§ 624 Abs. 1 und § 625 Abs. 1)

Ein fortlaufendes Sammelwerk wird immer als anonymes Werk behandelt, zudem kommen Nebeneintragungen unter beteiligten Personen (§ 603) nicht in Frage.

Besteht ein Werk zu einem wesentlichen Teil (wenigstens ungefähr der Hälfte) aus Bildern (Bildband, Bilderbuch), so wird es im allgemeinen als anonymes Werk behandelt, es sei denn, Bilder UND Text stammen von einer Person. Ansonsten erhalten der erste Bildautor sowie der erste Textverfasser Nebeneintragungen. (§ 612)

ABER:
Besteht ein Werk zu einem wesentlichen Teil aus Schöpfungen oder Abbildungen von Schöpfungen bildender Künstler (Kunstband), so gelten im allgemeinen nur die Künstler als Verfasser (§ 613)

Ähnlich gilt auch, dass die Komponisten als Verfasser gelten, wenn ein Werk aus dem Text zu EINER musikalischen Komposition (z.B. Opernlibretto) besteht. (§ 614 Abs. 1)

Loseblattausgaben, Schulbücher allgemeinbildender Schulen, Ausstellungs- und Museumskataloge incl. Museumsführer sowie Drehbücherwerden als anonym behandelt (§ 629).

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Nebeneintragungen unter Personen
(Einteilige) Nebeneintragungen unter beteiligten Personen (§ 603)
Bei begrenzten Werken wird unter  dem (besonders hervorgehobenen bzw. zuerst) genannten Herausgeber (Bearbeiter) im allgemeinen eine Nebeneintragung gemacht, ersatzweise unter dem (zuerst) genannten Redakteur bzw. Übersetzer,
bei Verfasserwerken jedoch nur bei einem wesentlichen Anteil an der vorliegenden Ausgabe, der anzunehmen ist,
wenn die beteiligte Person
eine Sammlungoder
ein Sammelwerk herausgegeben
oder eine Ausgabe klassischer
oder schöner Literatur herausgegeben oder übersetzt hat.
Bei begrenzten Werken erhält überdies ein genannter Illustrator eine Nebeneintragung, wenn außer ihm keine weiteren Personen auf der Haupttitelseite genannt sind, er gegenüber anderen Personen hervorgehoben oder zumindest gleichrangig genannt ist oder wenn eine bibliophile Ausgabe vorliegt.

Ist ein Werk zur Feier oder zum Gedächtnis einer oder mehrerer Personen veröffentlicht worden und diese Personen auf der Haupttitelseite oder in einem Präsentationstitel genannt, erhalten sie eine zweiteilige Nebeneintragung mit dem Formalsachtitel Festschrift (§ 630)
[in BIS-C als Funktionsbezeichnung [gefeierte Pers.] realisiert]

Funktionsbezeichnung:
Bei einteiligen Nebeneintragungen wird dem Namen einer sonstigen beteiligten Person eine entsprechende Funktionsbezeichnung in eckigen Klammern hinzugefügt, empfohlen werden insbesondere [Bearb.], [Begr.], [Hrsg.], [Red.], [Übers.], [Ill.], [Komp.] (§ 185 Abs. 2).

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Haupt- und Nebeneintragungen unter Körperschaften

Die Haupteintragung ist auch unter einem Urheber (Körperschaft) möglich.
[Frühere Regelwerke kennen nur Verfasser- und Sachtitelwerke]

Folgende Bedingungen müssen dafür erfüllt sein:

1) Im Sinne des Regelwerkes liegt ein anonymes Werk vor [d.h. es gibt keine Haupteintragung unter einem Verfasser Subsidiaritätsprinzip]

2) Eine Körperschaft (kein bloßer Verleger, vgl. § 635 !) hat das Werk

a) veranlasst UND herausgegebenoder
b) selbst erarbeitet

[Urhebereigenschaft gem § 18 bzw. § 632]

3) dieser Urheber muss
a) im Sachtitel genannt sein oder
b) zwingend zu ergänzen sein [z.B. Sachtitel: Geschäftsbericht, zu ergänzender Urheber: EVN]

[§ 639 Abs. 1]

Anmerkungen:
Urheber, die die dritte Bedingung nicht erfüllen, erhalten eine (einteilige) Nebeneintragung,
sofern sie der einzige Urheber sind  (§ 643 und § 645).

Wenn mehrere Urheber alle Bedingungen erfüllen,
erhalten der zweite und dritte (zweiteilige) Nebeneintragungen (§ 644)

Auf Nebeneintragungen unter sonstigen beteiligten Körperschaften
(die die Urheberdefinition nicht in vollem Umfang erfüllen) wird im allgemeinen verzichtet (§ 647).

Bei Nebeneintragungen unter nicht am Werk beteiligten Körperschaften
ist primär an Festschriften (gefeierte Körperschaften) zu denken.(§ 648)

Auch Veranstaltungen wie Kongresse und Ausstellungen können Körperschaften sein,
z.B. "Bauernkongreß der DDR <11, 1972, Leipzig>".

Wie man an diesem Beispiel sieht, wird jeder Kongress innerhalb einer Folge von periodisch stattfindenden Kongressen für sich angesetzt, sodass die ihm allein zuzurechnenden Urheberwerke nicht als fortlaufende Sammelwerke / periodische Druckwerke der Kongressfolge, sondern als begrenzte Werke des Einzelkongresses behandelt werden, was sich übrigens auch in Form von Nebeneintragungen für beteiligte Personen ausdrücken kann (vgl. § 484).
Ein Kongress gilt aber nicht als Körperschaft, wenn seine Bezeichnung

a) nur aus einem einfachen oder durch formale Attribute erweiterten Kongressbegriff
b) und allenfalls dem Namen der abhaltenden oder veranstaltenden Körperschaft besteht oder
c) nur ein Thema ohne Kongressbegriff ausdrückt
(§ 681) -
Wenn ein solcher Kongress periodisch stattfindet, sind die Kongresspublikationen daher als fortlaufendes Sammelwerk / periodisches Druckwerk zu behandeln (§ 110).

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Grundschema der bibliographischen Beschreibung nach RAK-WB [Vorlageprinzip !]
vgl. Abschnitt 2.6 = §§ 119-174 sowie Anlage 2 RAK-WB:
(hellrot = Gruppe, dunkelrot = Bestandteile der Gruppe; vorgeschriebene Zeichensetzung gem § 121/122 beachten!)
  • Titel [=Sachtitel- und Verfasserangabe]. - [vgl. § 126 bis 140]

  •  

     

    Muster 1 Standard
    *Hauptsachtitel : *erster Zusatz ; weiterer Zusatz / *Verfasserangabe. -

    Muster 2 zu ergänzender Urheber
    *Hauptsachtitel / *zu ergänzender Urheber : *Zusatz / *Verfasserangabe sonstiger beteiligter Personen. -
     

    Muster 3 Paralleltitel
    *Hauptsachtitel : *Zusatz = *Parallelsachtitel / *Verfasserangabe. -

    Muster 4 Unterreihen
    [*Ansetzungssachtitel bestehend aus Hauptreihe / Bezeichnung der Unterreihe]
    *Hauptsachtitel / *zu ergänzender Urheber : *Zusatz. *Bezeichnung der Unterreihe, Sachliche Benennung der Unterreihe. -

    Muster 5 beigefügte Werke
    *Hauptsachtitel : *Zusatz / *Verfasserangabe. *Sachtitel des beigefügten Werkes : Zusatz zum Sachtitel des beigefügten Werkes / Verfasserangabe zum beigefügten Werk. *Zusatz zur ganzen Vorlage. Verfasserangabe zur ganzen Vorlage. -

    Anmerkungen:
    In der Verfasserangabe werden Verfasser und sonstige beteiligte Personen und Körperschaften vorlagegemäß angegeben (zitiert); in ähnlicher Weise werden zu ergänzende Urheber, die nicht schon im Hauptsachtitel genannt werden, (in einem eigenen Feld) behandelt.
    Hiebei werden mehrere Verfasser oder Urheber durch " ; " getrennt, beteiligte Personen und Körperschaften davon und untereinander durch ". " getrennt. Weglassungen werden durch "..." symbolisiert. Personalangaben einschließlich der Adelstitel werden im allgemeinen ohne Kennzeichnung weggelassen.

    Im Hauptsachtitel und im Zusatz dürfen keinerlei Abkürzungen vorgenommen werden; das gilt auch für Wörter, die in der Liste der verbindlichen Abkürzungen aufscheinen.

    Weitere Titelfelder bzw. Titelarten:

    Parallel(sach)titel sind Fassungen des Titels in einer anderen Sprache, Neben(sach)titel sind sonstige Nebenfassungen des Titels, der Parallel(sach)titel auf der Haupttitelseite werden in BIS-C in einem eigenen Feld, ansonsten getrennt durch " = " nach dem Hauptsachtitel bzw. den Zusätzen dazu angegeben (§ 126 Abs. 2), Neben(sach)titel auf der Haupttitelseite als Zusatz wiedergegeben (§ 132).

    Für Parallel(sach)titel und Neben(sach)titel, die nicht auf der Haupttitelseite stehen, wird eine Fußnote "Parallelt.: ...", "Nebent.: ..." bzw. "Parallelsacht.: ...", "Nebensacht.: ..."  (bei Verfasser- oder Urheberwerken) und überdies eine recherchierbare Nebeneintragung mit dieser Titelfassung gemacht (§ 162 Abs. 1 bis 2).

    Einheitssachtitel ist die Titelfassung, unter der das Werk erstmals erschienen ist. Einheitssachtitel werden in einem eigenen Fußnotenfeld wiedergegeben (§ 161).

    Bei am Anfang oder Ende des Sachtitels enthaltenen Verfassern oder im Sachtitel enthaltenen Bandangaben und Umfangsangaben wird ein"Ansetzungssachtitel" (in BIS-C eigenes Feld) unter Weglassung dieser Elemente gebildet, der Vorrang vor dem Hauptsachtitel genießt, z.B. "Gesammelte Werke" für "Goethes gesammelte Werke" (§ 502).

    Zur Suchbarmachung alternativer Schreibungen von Titelwörtern, Zahlen, Symbolen, Abkürzungen etc. kann in BIS-C das Feld "Stichwort" benutzt werden.
     

  • *Ausgabebezeichnung. - [vgl. § 141 bis 142]

  •  
    Anmerkungen:

    Zählungen in Tausend werden nur angegeben, wenn nicht ohnedies eine gezählte Auflage vorliegt,
    z.B. "3. Aufl.","10.-25. Tsd.", aber nicht "1. Aufl., 1.-5. Tsd."

    Eine in Verbindung mit der Ausgabebezeichnung genannte Person wird unter Umständen in der Ausgabebezeichnung angegeben (§ 142).

  • Erscheinungsvermerk. - [vgl. § 143 bis 149]

  •  

     

    *Erscheinungsort : *Verlag, *Erscheinungsjahr. -

    Anmerkungen:

    Der Erscheinungsort wird in BIS-C - abweichend von RAK-WB - normiert angesetzt, weil das System BIS-C eine eigene Ortsdatei führt.
    Nach dem Prinzip der bibliographischen Beschreibung wäre er vorlagegemäß anzugeben
    [bei US-amerikanischen Orten allerdings Normierung nach dem Muster "New York, NY"]

    Verlage, die einen Familiennamen inkludieren, werden meist durch bloße Nennung dieses Familiennamens wiedergegeben.

    Bei Fehlen eines Verlegers kommt alternativ die herausgebende Körperschaft und schließlich der Drucker in Frage.

  • *Kollationsvermerk. - [vgl. § 150 bis 153]

  •  

     

    Umfangsangabe : Illustrationsvermerk + Beilagenvermerk. -

    Anmerkungen:

    Die Umfangsangabe erfolgt in Seiten oder Blatt mit Nennung einer Extrazählung in römischen Ziffern am Beginn
    [z.B. "VIII, 35 S."],
    bei mehr als drei Zählungen innerhalb der Vorlage wird nur "Getrennte Zählung",
    bei Loseblattausgaben "Losebl.-Ausg." angegeben.

    Beim Illustrationsvermerk unterscheidet man - in dieser Reihenfolge -
    zwischen "Ill., graph. Darst., Kt., Notenbeisp.",
    allenfalls mit den Attributen "zahlr., überw., nur".

    Beilagen werden meist abgezählt angegeben [z.B. "3 Kt.-Beil."].

    Die früher übliche zusätzliche Formatangabe ist nur mehr für alte Drucke vorgesehen (§ 152a).
     

  • (Gesamttitelangabe) [vgl. § 154 bis 156]

  •  

     

    (*Gesamttitel ; Zählung)

    Anmerkungen:

    In BIS-C wird unterschieden zwischen
    "GTF" = Gesamttitel fortlaufendes Sammelwerk, reduplizierbar
    "GTM" = Gesamttitel mehrbändig begrenztes Werk, 2 Felder vorhanden
    "GTI" = Gesamttitel selbständiges Werk
    "GT unverknüpft" für Schriftenreihen ohne Zählung, die keine eigene Aufnahme erhalten

  • *Fußnoten [vgl. § 157 bis 163a]

  •  

     

    Erste Fußnote. - Weitere Fußnote

    Anmerkungen:

    In BIS-C existieren für manche Fußnoten eigene Felder, wie z.B.

    für den *Einheitssachtitel [z.B.: "The lost world <dt.>" für die deutschsprachige Ausgabe des Werkes] oder

    für den *Hochschulschriftenvermerk [z.B.: "Wien, Univ., Diss., 1993"];

    eine häufige Fußnote ist der Vermerk über bibliographisches Material in der Vorlage
    [z.B.: "Literaturverz. S. IV-X", "Bibliogr. S. 3-11","Werkverz. S. 110-115", "Literaturangaben"]

  • *ISBN- oder ISSN-Nummer [vgl. § 164]

  •  
  • Bandaufführung [vgl. § 166 ff]
  •  
    entfällt, wenn die Bände ohnedies via Gesamttitelangabe mit dem Hauptwerk verknüpft werden
    (wie bei BIS-C)

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    Anmerkung:
    Die mit "*" gekennzeichneten Einheiten sind Datenbankfelder in BIS-C.
    Das führende/abschließende bibliographische Zeichen  wird automatisch generiert, ist also nicht einzugeben [wohl aber die Zeichen innerhalb eines Datenbankfeldes, z.B. beim Kollationsvermerk!]

    In BIS-C werden die folgenden Titeltypen unterschieden:

  • 1 = Monographie oder Stücktitel
  • 2 = fortlaufendes Sammelwerk
  • 3 = mehrbändig begrenztes Werk
  • 4 = Bandaufzählung
  • 5 = unselbständiges Werk
  • 6 = provisorische Aufnahme bei Bestellung (Erwerbung)
  • Für jeden dieser Typen existiert eine eigene Maske im Editierformat,
    die eine Vorauswahl von Datenbankfeldern, die für den jeweiligen Typ in Frage kommen, darstellt.

    Anmerkung:
    nur Typ 1 und 4 (*) weisen physische Exemplare auf und können mit einem Exemplardatensatz (MEX) verknüpft werden!

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    Ansetzung von Personen und Körperschaften
     
    Für die Ansetzung von Personen ist zunächst die PND maßgeblich.

    Eine Person, unter deren Namen mehrere Eintragungen gemacht werden, wird im allgemeinen unter demselben Namen und in derselben  Namensform angesetzt. Von vorliegenden, von der Ansetzung abweichenden Namen bzw. Namensformen wird im allgemeinen verwiesen.
    [§ 301]

    Personen der Neuzeit werden im allgemeinen unter ihrem Familiennamen (im allgemeinen in der nach der Staatsbürgerschaft üblichen Form, § 313 Abs. 1) und unter ihren mit Komma nachgestellten Vornamen angesetzt (§ 312 Abs. 1)
     [Anmerkung: entgegen früheren Gepflogenheiten ohne Vornahme "künstlicher" Abkürzungen!]

    Eine Person wird im allgemeinen unter dem von ihr selbst gebrauchten Namen in der von ihr gebrauchten Namensform angesetzt, im allgemeinen im Nominativ des Singulars (§ 302); ersatzweise unter der besser beglaubigten oder gebräuchlicheren Namensform (§ 303), bei Namensänderung oder mehreren Namen unter der Namensform, die sich durchgesetzt hat, ersatzweise unter der  am häufigsten vorkommenden Namensform und schließlich im Zweifel unter der zuerst vorliegenden Namensform (§ 304).

    Tituaturen werden bei der Ansetzung im allgemeinen nicht berücksichtigt; unverschmolzene Präpositionen, die lediglich der Verbindung des Adelstitels mit einem Namen dienen, werden an das Ende der Vornamen gestellt, gelten aber nicht als Ordnungswörter (Nichtsortierzeichen!) [§ 326]

    Doppelnamen der Form "Name1-Name2, Vorname(n)" ziehen regelmäßig einen Verweis der Form "Name2, Vorname(n) Name1-" nach sich (§ 319 Abs. 1).

    Vorsicht geboten ist bei Namen von Personen, deren ursprüngliche Form nicht in lateinischer Schrift geschrieben wird: - hier ist die Originalschreibung in der Originalschrift zu ermitteln und anschließend regelgerecht zu transliterieren (Daher "Gorbacev, Michail S." und nicht etwa "Gorbatschow, Michael") [§ 306 Abs. 1]! - Umgekehrt wird auf die ursprüngliche Namensform zurückgegriffen, wenn ein ursprünglich in lateiniescher Schrift geschriebener Name in eine nichtlateinische Schrift umgeschrieben wurde. (§ 307 Abs. 1)

    Vorsicht ist auch geboten bei diversen Präfixen, die unter Umständen dem Namen voranzustellen sind, z.B. "VomBerg, Friedrich" (§ 314)!

    Biblische, altgriechische und byzantinische Personennamen werden latinisiert, z.B. "Homerus". Beispiele für römische Namen: Horatius Flaccus, Quintus; Cicero, Marcus Tullius; Martianus <Capella> (§§ 327 bis 331).

    Päpste, geistliche Fürsten, regierende Fürsten und Mitglieder regierender Fürstenhäuser werden unter ihrem persönlichen Namen samt "Ordnungshilfe" (originalsprachlich!) angesetzt, also z.B. "Iohannes Paulus <Papa, II.>", "Napoleon <France, Empereur, I.>", "Johann <Österreich, Erzherzog>" (§§ 337 bis 342).

    Ebenfalls meist unter dem Vornamen werden mittelalterliche Personen angesetzt, mit Beinamen als Ordnungshilfe - z.B. "Walther <von der Vogelweide>" (§ 332). Hier tritt also eine Individualisierung wie in der Sacherschließung ein, während sonst homonyme Personen in der Formalerschließung nicht unterschieden werden.

    Pseudonyme (§ 308) werden bei Personen vor dem 20. Jahrhundert aufgelöst, wenn das Pseudonym nicht ungleich bekannter ist, bei Personen des 20. Jahrhunderts nur dann, wenn die Auflösung allgemein bekannt ist. Alle anderen Namensschreibungen werden als Verweise in einem Personendatensatz aufgenommen und der Ansetzungsform untergeordnet; bei Verweisen können Funktionsbezeichnungen in eckigen Klammern, wie [Wirkl. Name], [Pseud.], [Früherer Name] etc. angebracht werden.

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    Für die Ansetzung von Körperschaften ist zunächst die GKD maßgeblich.

    Körperschaften werden im allgemeinen  unter ihrem offiziellen Namen angesetzt; Hochschulen des deutschen Sprachgebietes werden auf "Universität", "Technische Universität", "Technische Hochschule" sowie "Gesamthochschule" normiert.  (§ 401 und 402). Bei offiziellen Namen in verschiedenen Sprachen wird nach der Reihenfolge deutsch - englisch - französisch - russisch -lateinisch - spanisch - italienisch vorgegangen, bei neueren internationalen Körperschaften wird im allgemeinen die englische Form bevorzugt. (§ 406).

    Ändert sich der maßgebliche Name der Körperschaft, so wird für die Ansetzung im allgemeinen jeweils derjenige Name benutzt, den die Körperschaft zum Zeitpunkt der Entstehung des zu katalogisierenden Werkes geführt hat (§ 407); bei der jeweiligen Namensform der Körperschaft wird auf den vorhergehenden und den folgenden Namen verwiesen. (§ 410).

    Gleiche Namen verschiedener Körperschaften werden im allgemeinen durch Ordnungshilfen unterschieden (§ 412). Ortsgebundene Körperschaften erhalten, wenn möglich, den Ort ihres Sitzes [in immer gleicher Form!] als Ordnungshilfe, es sei denn, dass dieser schon im Namen enthalten ist. (§ 413)
    Anm.: Ortsgebundene Körperschaften sind alle lokalen Organisationen, alle Körperschaften, zu deren wesentlichem Bestand eine ortsfeste Einrichtung gehört und die solchen Körperschaften unterstellten bzw. zugehörigen Körperschaften.

    Zu Körperschaften zählen auch Veranstaltungen wie Kongresse, Ausstellungen etc.

    Beispiele:
    "Horn <Waldviertel>" (eine Gebietskörperschaft), "Freiwillige Feuerwehr <Pitten>", "Österreich / Nationalrat",
    "Österreichischer Bibliothekartag <25, 1998, Sankt Pölten>".

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    Auszug MAB-TITEL:
     
    100  1. Verfasser
    100b 1. beteiligte Person
    100f 1. gefeierte Person
    104  2. Verfasser
    104b 2. beteiligte Person
    104f 2. gefeierte Person
    108  3. Verfasser
    108b 3. beteiligte Person
    108f 3. gefeierte Person
    200  1. Urheber
    200b 1. beteiligte Körperschaft
    204  2. Urheber
    204b 2. beteilige Körperschaft
    208  3. Urheber
    208b 3. beteilige Person
    304  Einheitssachtitel
    310  Ansetzungssachtitel
    331  Hauptsachtitel
    333  zu ergänzender Urheber
    335  Zusätze
    341  1. Parallelsachtitel
    359  Verfasserangabe
    360  Unterreihe
    361  beigefügtes Werk
    365  Zusätze zur gesamten Vorlage
    369  Verfasserangabe zur gesamten Vorlage
    403  Ausgabebezeichnung
    410  Verlagsort
    412  Verleger
    425  Erscheinungsjahr
    433  Umfangsangabe
    434  Illustrationsangabe
    435  Formatangabe
    437  Angabe von Begleitmaterialien
    451  1. Gesamttitel
    451b 1. Gesamttitel ohne Zählung
    461  2. Gesamttitel
    461b 2. Gesamttitel ohne Zählung
    471  3. Gesamttitel
    471b 3. Gesamttitel ohne Zählung
    501  Fußnoten (Sammelfeld)
    519  Hochschulschriftenvermerk
    540  ISBN
    541  ISMN
    542  ISSN
    543  ISRN
    544  Lokale Signatur
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    902  Kettenglied der 1. Schlagwortkette
    907  Kettenglied der 2. Schlagwortkette
    912  Kettenglied der 3. Schlagwortkette ...
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    Personen werden verknüpft mit Personendatensatz, 800 = Ansetzungsform nach MAB-PND
    Körperschaften werden verknüpft mit Körperschaftsdatensatz, 800 = Ansetzungsform nach MAB-GKD
    Schlagwörter werden verknüpft mit Schlagwortdatensatz, 800 = Ansetzungsform nach MAB-SWD


    GKD-Ländercode

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